← Zurück zum Journal
WebdesignCoachingKunden

Websites für Coaches und Therapeuten: erst Vertrauen, dann Funktionen

Was eine Coaching- oder Therapie-Website braucht, das eine normale Firmenseite nicht braucht: einen echten Menschen auf dem ersten Screen, ruhiges Design, einen klaren Weg zum ersten Gespräch und den Mut, die Verkaufstricks wegzulassen.

Wer einen Coach oder eine Therapeutin sucht, vergleicht selten Funktionen. Die Frage dahinter ist leise: Kann ich dieser Person etwas Persönliches anvertrauen? Alles auf der Website sollte helfen, sie zu beantworten. Das übliche Marketing-Werkzeug arbeitet meistens dagegen.

Zeig dich, und zwar früh

Auf den ersten Screen gehörst du. Kein Stockfoto vom Sonnenaufgang, kein abstraktes Logo, keine lächelnde Fremde mit Kaffeetasse. Ein echtes, gutes Foto der Person, mit der man später sprechen wird. Auf der Seite von Nicole Woldrich siehst du zuerst Nicole in einem sonnigen Ballsaal und ihren eigenen Satz darüber, was sie tut. Dieser eine Screen leistet mehr als eine Seite voller Zertifikate.

Investier in die Fotos. Ein paar Stunden mit einer guten Fotografin an Orten, die zu dir passen, sind das Wertvollste, was eine Coaching-Website haben kann.

Ruhe ist eine Designentscheidung

Viele kommen gestresst auf solche Seiten. Eine Seite, die blinkt, aufpoppt, reinfliegt und runterzählt, legt da noch eins drauf. Viel Raum, gut lesbare Schrift, wenige Farben und langsame, leise Bewegung sagen dem Besucher etwas, bevor er ein Wort gelesen hat: Hier hat es niemand eilig.

Auf einer Coaching-Seite ist Ruhe kein Stil. Sie ist das Erste, was du versprichst.

Schreib so, wie du in der Sitzung sprichst

Schreib die Texte in deiner eigenen Stimme und in der Anrede, die du mit Klienten benutzt. Wenn du in der Sitzung "du" sagst, sag auf der Seite auch "du". Beschreib in einfachen Worten, wie sich die Arbeit mit dir anfühlt und für wen sie gedacht ist. Lass das Branchenvokabular weg: "Transformationsreise", "dein volles Potenzial entfalten" und Co. lassen jeden Coach klingen wie jeden anderen.

Mach den ersten Schritt klein und klar

Das Ziel der Seite ist meistens ein erstes Gespräch. Mach klar, wie das läuft: Termin wählen, ein paar kurze Fragen beantworten, reden. Drei Schritte, auf einem Screen erklärt, mit einem Button. Wenn deine Angebote Pakete sind, zeig sie als Etappen eines Weges statt als Preistabelle und sag klar, was jeweils drin ist.

Was du weglassen solltest

  • Countdowns und Banner mit "nur noch 2 Plätze frei".
  • Pop-ups, die in den ersten fünf Sekunden nach einer Mailadresse fragen.
  • Lange Zertifikatslisten ganz oben. Weiter unten, für alle, die nachschauen wollen, reichen sie.
  • Videos, die von selbst mit Ton starten.

Datenschutz gehört zum Vertrauen

Kontaktformulare und Buchungstools sammeln sensible Informationen. Halte Formulare kurz, erklär, was mit den Daten passiert, verzichte auf Tracking, das du nicht brauchst, und nimm Buchungstools mit Servern in der EU. Besucher merken es nicht immer, wenn du das richtig machst. Sie merken es, wenn nicht.

Das schönste Kompliment für eine Coaching-Seite ist, wenn die Leute beim ersten Gespräch das Gefühl haben, dich schon zu kennen.